Zylinderbohren

Vom Kolben bis zum Endantrieb ...

Zylinderbohren

Beitragvon Johudarm » 3. Juli 2016 12:52

Brauche neue Kolben an (in) meiner CB 400 F. Meine Frage ist, ob die Kolbenübergröße schon vor dem Bohren festgelegt werden kann oder ob man die Übergröße (hier 0,25 mm) schon auf Verdacht, vor dem Bohren kaufen kann? In der aktuellen Zylinderbank war ein Kolben festgegammelt und ich weiß nicht, inwieweit der Kolben Spuren im Zylinder hinterlassen hat, die ein größeres Bohren und größere Kolben erfordert.
Wie ist die Reihenfolge? Erst Kolben kaufen, dann Bohren, oder erst Bohren und dann die passenden Kolben?
Danke bereits jetzt für Eure Hilfe
Gruß aus Darmstadt in die Welt
Joachim
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon moppedgugger » 3. Juli 2016 14:47

Das klär mal mit dem den du an die Zylinder lässt, meist hat der auch Vorlieben und Erfahrung mit welchen Kolben er welche Toleranzen anstrebt, anstreben muss.

Grundsätzlich kannst du das wohl messen und die Übermaßkolben kaufen die die zu entfernende Macken verschwinden lässt. Aber der Mechaniker der Motoren instandsetzt hat oft auch die besseren Kontakte und Konditionen.


Matthias
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon ahnungsloser » 3. Juli 2016 14:56

Es werden die Zylinder immer nach dem Kolben gebohrt.wieleicht reicht auch hohnen je nachdem wie die zylinderwand aussieht.Bau den zylinderblock aus und geh damit zum Instandsetzer, der kann das am besten beurteilen und besorgt dir die passenden Kolben sofern du welche brauchst.
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon dreckbratze » 3. Juli 2016 20:09

verstehe ich nicht, ahnungsloser, erst muss man doch mal wissen, wieviel der zyl aufgebohrt werden muss, je nach zustand und riefentiefe kann ja mehr oder weniger notwendig sein. da macht es doch wenig sinn vorher einen kolben zu wählen?!
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon Sejerlänner Jong » 3. Juli 2016 20:59

Hi Achim
Der Ahnungslose hat doch recht mit dem was er schreibt. Zylinder vom Instandsetzer begutachten lassen und der entscheidet welches Kolbenmaß eingesetzt werden muss. Wenn der Kolben ( 1., 2. oder sonstiges Übermaß) vorliegt wird er gemessen und der Zylinder dann entsprechend auf Maß bearbeitet.
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon mahout47 » 3. Juli 2016 21:32

Hallo Joachim

wie beim Arzt kommt vor der Therapie immer erst die Diagnose!

Also:
1. Zylinder und Kolben demontieren
2. Kolben begutachten (lassen), d.h. messen, auf Laufspuren (Riefen) untersuchen, Kolbenringe und Nuten prüfen
3. Zylinder messen (lassen) hinsichtlich Verschleißmaß und Ovalität und auf Laufspuren und Anlaufkante untersuchen
4. Je nach Ergebnis Kolben mit neuen Ringen versehen und Zylinder honen lassen oder, falls der "alte" Kolben nicht mehr zu verwenden ist, Übermaßkolben kaufen und Zylinder entsprechend aufbohren und honen lassen

Im Übrigen spielen Laufleistung, lange Stillstandszeiten ohne Konservierungsmaßnahmen und besondere Ereignisse (Kolbenklemmer) bei der Entscheidung, welche Maßnahme die richtige ist, eine große Rolle.

Es kann auch sinnvoll sein, gleich den Zylinderkopf und/oder andere Bauteile (Pleuellager, Kurbelwelle) überholen zu lassen, wenn der Motor einmal auf ist. Da müssen aber immer Kosten und Nutzen gegeneinander abgewogen werden!

Grüße aus dem Bergischen Land
Hartmut
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon ahnungsloser » 4. Juli 2016 06:10

Hallo
Wenn der Motor während der Fahrt festgegangen ist,unbedingt die Kurbelwelle kontrollieren oder kontrollieren lassen. Und natürlich den Grund herausfinden warum es passiert ist,obwohl messen würde ich die Welle aufregen Fall , sofern der Kolben nicht leicht aus dem Zylinder raus gekommen ist.
Gruß bernd
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Re: Zylinderbohren

Beitragvon Crazy Cow » 5. Juli 2016 00:39

moppedgugger hat geschrieben:Das klär mal mit dem den du an die Zylinder lässt, meist hat der auch Vorlieben und Erfahrung mit welchen Kolben er welche Toleranzen anstrebt, anstreben muss.

Grundsätzlich kannst du das wohl messen und die Übermaßkolben kaufen die die zu entfernende Macken verschwinden lässt. Aber der Mechaniker der Motoren instandsetzt hat oft auch die besseren Kontakte und Konditionen.


Matthias


So isses und so soll´s wohl sein.
0,125 auf den Radius ist schon ewig viel und normal reicht das erste Übermaß für die erste Instandsetzung. Viel wichtiger ist, dass mit den Kolben auch die passenden Ringe lieferbar sind. Bei meinem ersten Versuch gab der Moppedhändler mir einen zu großen Kolbenring für die KS 50 mit, kein Stoßspiel, hat nicht lange gehalten. Ist jetzt 45 Jahre her. Das checkt der Instandsetzer alles vorab und beginnt mit der Bohrerei erst wenn er die passenden Teile auf dem Tisch hat. Sollte sein.

Dann kommen andere Aspekte dazu: wie war die Lauffläche im Original vergütet, z.B. Nikasil. Das stellt jetzt deine Frage insgesamt in Frage. Feinbohren und Übermaßkolben werden nicht zwingend durch einen Kolbenstecker notwendig. Das ist eher angesagt, wenn durch hohe Laufleistung die Zylinderverrundung nicht mehr ok ist. Bei geringer Laufleistung kann auch durchhonen und ein neuer Kolben ohne Übermaß genügen. Kolbenstecker und Korrosion können sich auch im Stand ergeben haben, die Verrundung kann trotzdem ok sein. Die Wand eines (Alu-)Zylinders soll ja rauh, nur die des Kolbens glatt sein.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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