Grundausrichtung Gespann

Dämpfer, Räder, Bereifung usw.

Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Elbfischer » 15. Mai 2019 21:18

Hallo Leute,
Ich fahre ein BMW 1150 GS Gespann mit Tripteq Beiwagenfahrwerk.
Nachdem ich inzwischen mehrere weitere Urlaubsreisen mit dem Gespann gemacht habe kam der Wunsch nach mehr Tankvolumen auf und ich habe deshalb seit ein paar Wochen einen „Adventure“ Tank montiert. Beim Umbau fiel mir auf, dass die ganze Fuhre nicht „in Waage“ steht, sondern schon ohne mein Fahrergewicht zur Zugmaschine hin „hängt“. Das größere Tankvolumen trägt natürlich auch dazu bei. Es war aber auch schon vorher so.
Deshalb möchte ich das Gespann jetzt komplett neu ausrichten und überall neue Stoßdämpfer einbauen, die diese „Schieflage“ kompensieren können.
Meine Frage dazu:
Ist meine Annahme richtig, dass das Gespann bei seiner „Normalbelastung“ in der Grundeinstellung möglichst waagerecht (in der Querachse) stehen soll ?

Dabei meine ich mit „Normalbelastung“ den häufigsten Beladungszustand. Das wäre mein Fahrergewicht auf der Maschine, Tank z.B. halb voll, Beiwagen z.B. mit 50 bis 60 KG belastet.
Wer kann mir dazu etwas sagen ?
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Crazy Cow » 15. Mai 2019 23:56

Ich denke, jeder hier kann was dazu sagen. Aber alles gesagte kann ebenso richtig wie falsch sein.
Unabhängig von der Pendelneigung des Lenkers beim Anfahren wird sich bei normaler Fahrt ein leichter Rechtszug des Gespannes einstellen. Du beschreibst dein Fahrzeug wenig, aber ich nehme an, dass mit triptec und so eine preisgünstige Gesamtlösung hingestellt wurde, will sagen: das Vorderrad ist nicht gewaltiger als im Solozustand. Triptec SW haben aber Autofelge- und Reifen, d.h. der Rollwiderstand des Seitenrades passt nicht zum Vorderreifen. In dem Falle kann man m.E. nicht auf den klassischen Maschinensturz verzichten. Wenn auch das Gespann insgesamt gerade steht, muss die Zugmaschine etwas zur linken Seite geneigt sein, jedes Grad hilft mit.
Manche Gespanne stehen nun von Hause aus gerade, das macht optisch einen guten Eindruck. Aber wenn man drauf sitzt und die Federn eintauchen, sieht man das eben nicht mehr. Die Neigung der Zugmaschine wird also erzeugt, indem sich das ganze Gespann zur Fahrerseite neigt. Wenn du die Fuhre in Betrieb gerade hinstellst, wirst du m.E. andere Maßnahmen ergreifen müssen, um den Rechtszug aus zu gleichen.
Old-School-Training, breiterer Lenker, Expandergummi an der linken Lenkerseite, Seitenradantrieb,... nur mal so als Beispiel. Bei meinem Achsschenkelgespann hat nur das Vorderrad einen leichten Sturz und einen Lenkrollradius von 6mm. (Ohne Last zieht es etwas nach links). Das lässt sich aber mit einer Telegabel nicht einrichten.
Gute Fahrt, Gruß
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Stephan » 16. Mai 2019 07:21

Elbfischer hat geschrieben:Hallo Leute,
Ich fahre ein BMW 1150 GS Gespann mit Tripteq Beiwagenfahrwerk.
. . .
Deshalb möchte ich das Gespann jetzt komplett neu ausrichten und überall neue Stoßdämpfer einbauen, die diese „Schieflage“ kompensieren können.
. . .


Die Stoßdämpfer sollten diese Aufgabe nicht übernehmen. Diese einbauen und dann wird an den Verbindungsstreben geschraubt.


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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Slowly » 16. Mai 2019 10:59

Hallo, Siegfried,

ob hilfreich zum Thema, weiß ich nicht,
aber für mich ist diese linksseitige Sattel-Erhöhung um ca. 60-70 mm wegen eingestelltem Sturz der Maschine um ca. 5° nach links
und Ausgleich meines Körpergewichtes (80-90 kg) sehr angenehm.
Zuvor ermüdete ich auffallend schneller, da keine entspannte, ausgewogene Sitzhaltung.

Gruß,
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Feinmotoriker » 16. Mai 2019 11:52

Ich stelle die Tripteq meiner Kundschaft so ein, daß mit Fahrergewicht das Motorrad senkrecht steht.

Federbeine spielen da schon auch eine Rolle. Ein durch Alubuchse vorgespanntes, schon erlahmtes Originalfederbein verhält sich komplett anders als ein Federbein, das durch die richtige Federrate von selbst das Gespann mit Besatzung tragen kann und auch vernünftige Eigenschaften beim Fahren hat.
Und das müssen nicht unbedingt die superteuren Teile der großen Hersteller sein. HCS- Federbeine von HU-Gespanne sind gerade für die Heeler gut geeignet. Man sollte nur für einen kleinen Aufpreis die Gummilager durch Kugelgelenkaugen ersetzen lassen, die halten länger.

Ansonsten kommt es noch auf den Beladungszustand des Beiwagens an. Gerade bei so einem leichten Wagen. In meinem eigenen Gespann habe ich eine hydraulische Federbasisverstellung am Beiwagenfederbei, mit der ich die Feder um bis zu 11 mm vorspannen kann. Im Sitzen während der Fahrt. Das war eine sehr nützliche Investition und ist sehr komfortabel auf den jeweiligen Fahrzustand nachzuregeln.

Bei Tripteq Heelern früher Baureihen schadet es auch nicht, die Vorspur mal zu messen. Oft waren die Bausätze nicht wirklich dafür geeignet, die vorgesehene Vorspur einstellen zu können, ohne am Rahmen bzw an der Radaufnahme nachzuarbeiten.(Fertigungstoleranzen). Trotzdem möchte ich das Konzept nicht schlecht reden. Die Dinger sind einfach zu fahren, machen richtig viel Spaß und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Stephan » 16. Mai 2019 12:42

Das die Federbeine in Ordnung sein sollten, ist klar. Ich meinte allerdings, daß man die Federbeine nicht benutzen sollten, um am Fahrwerk Vorspur, Sturz oder ähnliches einzustellen. . .

Kwasi, jetzt mal überzogen beschrieben, einseitig ein kürzeres Federbein verwenden, um das Moped nach Links zu neigen.


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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon MichaelM » 16. Mai 2019 15:14

In meinem Fall z.B. muss ich das sogar über die Federbeine regeln, da ich keinen 155er hinten fahre.
Werde bei meiner R mit einem GS-Federbein den Ausgleich schaffen. Vorne wird's ein HCS von Horst werden.
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Crazy Cow » 16. Mai 2019 20:14

Das Triptec Fahrgestell ist eigentlich für originalbelassene BMW entworfen. Ein kleines Hinterrad kann da die Geometrie schon arg stören. Das hintere Federbein würde ich keinesfalls verlängern, der Kreuzgeleke wegen.
Wollte man die Fuhre gerade stellen, muss man also prüfen, was an Federung mit einem kürzeren Federbein am Seitenrad übrig bleibt.
Hier ist nun oft aus anderen Gründen über Rollerreifen am Vorderrad geschrieben und gestritten worden, ich denke aber, dass so ein Pneu gerade beim Telegabelgespann auf dem Seitenrad einen guten Dienst tun würde.
Bei der Reifenwahl tun sich dann noch ungeahnte Chancen auf, der niederen Querschnitte wegen.
Also: findet man einen kleineren Reifen und entscheidet sich dafür, Federbein zuguterletzt ausbauen, mit einem Wagenheber unter dem Beiwagen die gültige Federbeinlänge ermitteln, wenn das Ding in der Waage steht. Nach den ersten Probefahrten nötigenfalls den Maschinensturz an der Strebe verändern.
Gute Fahrt, Gruß
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Elbfischer » 16. Mai 2019 21:06

Vielen Dank für die vielen Antworten und Anregungen !

Im Prinzip ist an meiner Kombination ja alles OK. Läuft wunderbar geradeaus, Beiwagen steigt kontrollierbar weil ich dort etwa 30 kg Gewicht unter dem Sitz verschraubt habe, bremst gut, usw. Nur die "schiefe" Sitzhaltung stört mich und natürlich auch die damit verbundene Optik. (und mein Kreuz mag diese schiefe Haltung auf Dauer offensichtlich auch nicht)
Da ich sowieso an die Federbeine ran wollte, werde ich jetzt wohl erstmal versuchen die Fuhre über ein kürzeres Beiwagenfederbein schön in Waage zu stellen. Ich hoffe nur das da noch ein akzeptabler Rest an Federweg übrig bleibt. Jetzt sollen es etwa 60mm sein und das finde ich schon ziemlich wenig.

Ausserdem stört mich mit wachsender Kilometerleistung immer mehr, das man auf schlechten Straßen, oder auf Kopfsteinpflaster, als Gespannfahrer ganz schön heftig durchgeschüttelt wird. Einerseits weil das Beiwagenrad in andere Löcher fährt als die Maschine, und da nervt mich das ewige rechts- links Gekippel. Und andererseits sicher auch wegen dem minimalen Federweg am Beiwagenrad. Aber ich denke, dass wird mehr oder weniger konstruktionsbedingt bei allen Gespannen so sein.

Gruß ! Siegfried
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon FietePF » 16. Mai 2019 21:12

Hallo Siegfried,

permanent 30kg im Boot sind ein Haufen Holz, muß das sein?

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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon FietePF » 16. Mai 2019 21:20

Sonst kommt das Boot doch nicht so leicht hoch :D

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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon der Gärtner » 16. Mai 2019 21:22

Elbfischer hat geschrieben:...Ausserdem stört mich mit wachsender Kilometerleistung immer mehr, das man auf schlechten Straßen, oder auf Kopfsteinpflaster, als Gespannfahrer ganz schön heftig durchgeschüttelt wird. Einerseits weil das Beiwagenrad in andere Löcher fährt als die Maschine, und da nervt mich das ewige rechts- links Gekippel. Und andererseits sicher auch wegen dem minimalen Federweg am Beiwagenrad. Aber ich denke, dass wird mehr oder weniger konstruktionsbedingt bei allen Gespannen so sein...
Stimmt. Und diese Eigenart macht vor allem Gespannanfängern meist sehr zu schaffen, weil sie derartige Bewegungen um die Längsachse vom Solokrad nicht kennen. Da muß man sich erstmal dran gewöhnen. Beim Auto gibts das zwar auch, aber da nimmt man es nicht so wahr, weil man da nicht so weit außen und oben sitzt...
Gruß
Harald

Jawoll, genau, jaja, das kann sein, das kann sein...
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Elbfischer » 16. Mai 2019 22:18

Hallo Alfred,

Wenn ich in meiner Motorrad Gruppe, die außer mir alle mit Solomotorrädern unterwegs sind, in Rechtskurven einigermaßen flott mithalten will, fühle ich mich mit dem Gewicht sicher. In vielen Kurven muss ich deshalb trotzdem noch ordentlich "turnen" und den Hintern über den Beiwagen schieben. Die GS ist ja mit vorne 19 Zoll und ansonsten 15 Zöllern nicht gerade eine flache Flunder . . .
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Feinmotoriker » 17. Mai 2019 08:36

FietePF hat geschrieben:Hallo Siegfried,

permanent 30kg im Boot sind ein Haufen Holz, muß das sein?

VG
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Der Heeler wiegt fast nichts. Ich habe in eigentlich alle Kunden-Heeler zwischen 26 und 28 kg Gewicht mit eingebaut. Der Beiwagen kommt immer noch leicht aber sehr kontrollierbar hoch.
So macht das aber Spaß. Ganz ohne Gewicht ist das nur für sehr geübte MZ- oder Jawa-Fahrer was Schönes. Ich halte dieses Gewicht für eine fast optimale Lösung.


Elbfischer hat geschrieben: Deshalb möchte ich das Gespann jetzt komplett neu ausrichten und überall neue Stoßdämpfer einbauen, die diese „Schieflage“ kompensieren können.

Ich würde erst das Motorrad so einstellen, daß es mit Fahrergewicht senkrecht steht und so eine Probefahrt unternehmen. Danach würde ich die Federbeine so ändern bzw tauschen, daß dieser Zustand nach deinem Wohlgefühl fahrbar ist.

Das Gekippel liegt oft an den Federbeinen, das harte Einschlagen auf schlechten Straßen eventuell an falscher Einstellung der Zugstufenverstellung. Man kann auch mit weniger Reifenluftdruck ein weicheres Abrollen erzielen.
Ist das Beiwagenfederbein überfordert, kippt die Fuhre in Linkskurven leicht ab und ist in Rechtskurven schwammig. Ist das Beiwagenfederbein zu hart, bringt das unheimlich viel Unruhe in die Lenkung. Daher hab ich die hydraulische Verstellung an meinem Gespann, mit der ich auch unterschiedliche Beladung reagieren kann.

Du mußt dich halt entscheiden, ob es ein Gespann mit viel Federweg für schlechte Wege ist, oder ob Du Wert auf gute Straßenlage legst bei zügiger Fahrweise, dann ist ein deutlich härteres Fahrwerk schön (wobei man dann auf Kopfsteinpflaster gut durchgeschüttelt wird). Oder ein Kompromiß dazwischen. Dann kann es halt nichts wirklich gut. Ein Kompromiß wird es immer sein. Oder ein Zweitgespann :D
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Stephan » 17. Mai 2019 09:38

Volle Zustimmung. Bei meiner 1150erADV mit E2000 ist es eine 25kg Bleirolle. Damit ist es für mich angenehm. Und ich halte mich eigentlich für Alt und Erfahren.


Stephan
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Crazy Cow » 17. Mai 2019 10:12

Feinmotoriker hat geschrieben:
Elbfischer hat geschrieben: Deshalb möchte ich das Gespann jetzt komplett neu ausrichten und überall neue Stoßdämpfer einbauen, die diese „Schieflage“ kompensieren können.

Ich würde erst das Motorrad so einstellen, daß es mit Fahrergewicht senkrecht steht und so eine Probefahrt unternehmen. Danach würde ich die Federbeine so ändern bzw tauschen, daß dieser Zustand nach deinem Wohlgefühl fahrbar ist.



Moin,
ich fürchte, dass ist nur ein halber Rat. Der Wunsch, sich ein günstiges Gespann mit Triptec Zutaten hin zu stellen, wenn man schon eine GS, hat treibt seltsame Irrungen und Wirrungen.
Zunächst mal hat Siegfried ja ein kleines Hinterrad verbaut, und vorne das originale drin gelassen und die Feder unterlegt. D.h. nicht nur der Beiwagen steht hoch, sondern auch das Vorderrad, so dass die Nachlaufverkürzung eigentlich ihren Effekt verfehlt, weil der seltsame hyänenartige Stand der Zugmaschine eben leider auch einen längeren Nachlauf mit sich bringt.
Siegfrieds Idee, das hintere Federbein zu verlängern ist also naheliegend, mit Hinblick auf die Haltbarkeit der Kreuzgelenke und der Ersatzteilkosten wäre ich aber da sehr vorsichtig.

Lässt man nun das Federbein hinten in der Originallänge, vlt. etwas härter, muss dummerweise zunächst die Nase runter. Entweder durch ein kleineres Vorderrad, oder/und ein kürzeres und damit härteres Federbein. Dann steht der Beiwagen erst richtig hoch. Wenn jetzt die Fuhre gerade hingestellt wird und das Seitenrad bleibt naturbelassen, muss ein deutlich kürzeres Federbein an den Triptec.
Es ist damit automatisch auch deutlich härter, sonst schlägt es durch. Allgemein lässt sich so ein Gespann gut fahren, mein EZS compact hatte nur 40mm Federweg und meine Frau fand ihn sehr komfortabel.
Allerdings ist mit all diesen Maßnahmen der Umbau recht umfangreich und man muss sich fragen, was man durch Triptechnik gespart hat. Man kann natürlich auf Teufel komm raus stattdessen das hintere Federbein der BMW durch ein längeres ersetzen. Wilbers hat sicher schon mehr als einmal die gleiche Kombination umgerüstet, Siegfried wird ja fragen, was die so anbieten. Zum BMW Kardan sag ich lieber nichts mehr. Es gibt ja Junx, die die Einarmschwinge mit nur einem Gelenk bevorzugen.

Der "schiefe" aber preisgünstige und erfolgreiche Weg wäre, die Strebe zu lösen und die Zugmaschine gerade hin zu stellen. Dann die Strebe in passender Länge einbauen, woraufhin das SW Rad einen negativen Sturz bekommt, (was sich aber sehr schön fahren lässt.) Wenn dann das Boot zur Maschinenseite hängt, kann man vlt. einseitig die Silentblöcke unterlegen. Dann ist nur noch der Triptec Rahmen schiach, aber den sieht man ja kaum. :)
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Slowly » 17. Mai 2019 10:46

Aber wenn der Gespannbauer der Maschine einen Sturz nach rechts oder links(wie bei meinem Gespann) gibt,
muß dieser beim Fahren erhalten bleiben :!:
Sonst geht doch die "Wirkung" verloren :!:
Oder senkt man bei z.B. Linkssturz die BW-Achse nach rechts entsprechend abwärts :?:

Gruß,
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Zuletzt geändert von Slowly am 17. Mai 2019 11:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Elbfischer » 17. Mai 2019 11:01

Hallo Olaf,

Das mein Gespann schon lange nicht mehr "preiswert" ist habe ich inwischen auch kapiert. Aber ich denke es ging mir vor ein paar Jahren so wie vielen anderen auch, die das Gespannfahren einmal ausprobieren, aber dafür nicht gleich Unsummen an Geld "versenken" wollen.
Ich habe damals nur den Anbau von Beiwagenfahrgestell mit Radumbauten, Adaptern, Nachlaufverkürzung, usw. beim Gespannbauer machen lassen. Aufbau von Boot, Kotflügel, Elektrik, usw. habe ich selbst gemacht.
Als ich dann merkte, dass mir die Sache Spaß machen könnte, kam dann immer mehr dazu. Anderes Boot, Neulackierung von Motorrad und Beiwagen, Alu - Felgen usw.
Ich rechne das lieber alles nicht zusammen. "Gefühlt" hätte ich mir dafür inzwischen auch gleich einen "vernünftigen" Beiwagen vom Gespannbauer an die GS schrauben lassen können.
Die GS war halt neben anderen Motorrädern "sowieso" da, und das "Schrauben" gehört bei mir einfach auch dazu und macht mir immer wieder viel Spaß.

Neben dem Gespann werde ich auch immer wieder mit Solo - Motorrädern unterwegs sein. Nur Gespann wäre nichts für mich.

Gruß Siegfried
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Elbfischer » 17. Mai 2019 11:04

Und danke für die Grafik mit dem "Knick- Gespann"
Wäre vielleicht auch noch überlegenswert . . .
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Crazy Cow » 17. Mai 2019 11:58

Hallo Siegfried,

wenn dein Gespann doch gut fährt und der SW lange unten bleibt, würde ich, ehrlich gesagt, so wenig wie möglich ändern. Mich würde natürlich auch stören, wenn der Bock schon von Hause aus schräg steht und beim Fahren die Wirbelsäule verdreht wäre.

Zum negativen Sturz des Seitenrades:
Slowly hat geschrieben:Aber wenn der Gespannbauer der Maschine einen Sturz nach rechts oder links(wie bei meinem Gespann) gibt,
muß dieser beim Fahren erhalten bleiben :!:
Sonst geht doch die "Wirkung" verloren :!:
Oder senkt man bei z.B. Linkssturz die BW-Achse nach rechts entsprechend abwärts :?:

Gruß,
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Hartmut, ein Seitenrad, das wie in der Zeichnung negativ gestürzt ist und zugleich eine gute Vorspur hat, bringt auch etwas "Linksdrive". Es macht das, was das Vorderrad eigentlich tun sollte. Wenn Siegfrieds Gespann gut läuft, kann er doch ruhig probieren, die Maschine gerade zu stellen, der Rücken dankt es ihm. Ich sage ja nicht, dass es dann zwangsläufig besser läuft.
Ich habe mein XJ-EZS Gespann mit starkem negativen Sturz des Seitenrades bekommen, Schweißfehler. Irgendwann habe ich das korrigiert, musste aber feststellen, dass sowohl die Lastwechselreaktionen als auch der Rechtszug durch das gerade Seitenrad schlechter wurden. Auch jetzt fahre ich wieder mit negativ gestürztem Seitenrad. Das hat folgende Vorteile:
Bei normalem Reifendruck, etwa 1,8 bar, und unbeladenem Beiwagen läuft der breite Reifen auf der inneren Kante und bietet kaum Rollwiderstand und geringe Lastwechselreaktionen. Die Spur des Gespannes ist damit technisch auch um etliche cm schmaler.
In der Linkskurve und mit Passagier erhöht sich die Radlast und der Reifen steht in ganzer Breite auf, stützt sich in der Kurve gut ab, (in meinem Falle auch bedingt durch die Geometrie der Federung.)
Gute Fahrt, Gruß
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Slowly » 17. Mai 2019 13:30

Crazy Cow hat geschrieben: ... In der Linkskurve und mit Passagier erhöht sich die Radlast und der Reifen steht in ganzer Breite auf, stützt sich in der Kurve gut ab, ...

... oder ermuntert den kreativen Fahrer spaßfördernd, je nach Untergrund seine Drifter-Fähigkeiten zu trainieren ... ... :wink:

:grin:

:sturz:
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Crazy Cow » 17. Mai 2019 13:31

Gibt es für die Schwinger der BMW GS nicht sogar andere, kürzere Führungsstangen für das hintere Kreuzgelenk?
ein Pfotto
Gute Fahrt, Gruß
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Re: Grundausrichtung Gespann

Beitragvon Stephan » 17. Mai 2019 18:09

Es gibt eine verstellbare Strebe dafür. Da die schöner ausschaut, hab ich die an der Solo. Aber mit dem original-Maß.


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