R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Dämpfer, Räder, Bereifung usw.

R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 26. August 2019 15:24

Hallo,

am Wochenende war das EGT und ich war auch dort. Mir ist aufgefallen dass es sehr viel Gespanne mit 15" oder 16" Bereifung gibt. Also alle 3 Räder in der gleichen Grösse.
Meine BMW ist wahlweise eingetragen und hat deswegen die schöne 17/21"-Kombi am Motorrad und die 19" Ural Felge am Beiwagen.
Desweiteren sind mir sehr viele tiefe Gespanne aufgefallen. Das waren eigentlich die gleichen die auch die 'kleinen' Räder montiert hatten! Je tiefer desto besser leuchtet mir ein. Also in Punkto Kurenfahren.

1. Macht es Sinn meine BMW mit Original Vorderradgabel auf rundum 17" umzubauen? Ich würde dadurch an der Front ca.7cm runter kommen und am Beiwagen 6cm. Dies täte der Fahrbarkeit gut. Kleiner als 17" wird schwierig da dafür die Nabe der GS zu gross ist. Wäre 18" ne Alternative? Damit wäre die Reifenauswahl viel grösser!
2. Angepasste Dämpfer und Federn sind montiert. Würde ein kürzeres (niedrigeres) Fahrwerk Sinn machen? Also Gabel kürzer, am Motorrad und Beiwagen Stossdämpfer kürzer.
3. Macht es Sinn den Beiwagen auf dem Rahmen tiefer zu legen? Könnte ich Handwerklig selber machen.
Die beiden ersten Punkte zusammen sprengen das Budget. Wenn ich eins nach dem anderen machen würde, was würdet Ihr bevorzugen?

Vielen Dank schon mal!

MfG

Charly
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon UKO » 26. August 2019 15:34

Wenn Du nur auf der Straße fahren willst, macht es Sinn, den Schwerpunkt so tief wie möglich zu legen. Ich würde auf Schwinge vorne und 15" Autobereifung umbauen.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Crazy Cow » 26. August 2019 15:36

Mojnsen,

ich komme bei vorn alt 3.25-21 auf neu 110/80 - 17 auf 7,5 cm Unterschied im Durchmesser, das macht also 3,75cm Höhenunterschied.
Gute Fahrt, Gruß
Olaf

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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Gespannklausi » 26. August 2019 15:44

Servus Charly,

machen kannst fast alles, aber wie du schon bemerkt hast - Budget!!! Wie so oft!

Ansonsten, Willkommen hier und frohes Schrauben!!

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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 26. August 2019 16:02

UKO hat geschrieben:Wenn Du nur auf der Straße fahren willst, macht es Sinn, den Schwerpunkt so tief wie möglich zu legen. Ich würde auf Schwinge vorne und 15" Autobereifung umbauen.


Jo, definitiv nur Strasse. Einen Abstecher auf den Feldweg nicht ausgeschlossen. Aber das geht auch mit ner R1 wenn's sein muss.
Finde die Schwingen aber so hässlich und dann auch noch sehr teuer. Würde gerne die Motorradoptik beibehalten!

Crazy Cow hat geschrieben:Mojnsen,

ich komme bei vorn alt 3.25-21 auf neu 110/80 - 17 auf 7,5 cm Unterschied im Durchmesser, das macht also 3,75cm Höhenunterschied.
Mojnsen,

ich komme bei vorn alt 3.25-21 auf neu 110/80 - 17 auf 7,5 cm Unterschied im Durchmesser, das macht also 3,75cm Höhenunterschied.


Stimmt genau. Hab's gemessen mit Zollstock und vergessen zu Teilen. :oops:

Gespannklausi hat geschrieben:Servus Charly,

machen kannst fast alles, aber wie du schon bemerkt hast - Budget!!! Wie so oft!

Ansonsten, Willkommen hier und frohes Schrauben!!

Klaus


Genau, deswegen auch die Frage was nacheinander am ehesten Sinn macht. Ist ein Langzeitprojekt und soll nach und nach gemacht werden. Dabei will ich einige Punkte abarbeiten. Die Felgen z.B. vorm Fahrwerk. Sonst muss das Fahrwerk noch mal gemacht werden. Die Felgen vorm Umbau des Moppeds in Bobberstyle. Sonst müssen Schutzbleche wieder neu gemacht werden usw....
Dewegen hätte ich für mich zuerts auf 17" oder 18" (zwecks mehr Reifenmöglichkeiten).
Wollte aber mal von Eurer Erfahrung profitieren :)
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon MartinA » 26. August 2019 17:55

Hallo Charley,
du musst dir hier zwei Punkte überlegen:
1. je kleiner die Räder, desto tiefer der Schwerpunkt, desto später kommt der Beiwagen hoch in der Rechtskurve.
Daraus folgt bei deinem Fahrwerk, möglichst kleine Räder, Gabel durchstecken und hinten kürzeres Federbein.
2. Du kannst den Nachlauf des Vorderrades durch "vorne tief und hinten hoch" kürzer bekommen, dann lenkt sich dein Gespann etwas leichter.

Aus der Kombination dieser beiden Punkte würde ich Folgendes einbauen:
- hinten bei 17" bleiben oder wegen Verschleiß auf Autorad 155/80-15 (fast gleicher Durchmesser) umrüsten
- Federbein hinten auf original GS Länge lassen, oder wenn du eins aus der Basic findest dieses nehmen (ist 5mm kürzer)
- Vorderrad auf 17" Hinterradfelge umspeichen lassen, ich gehe davon aus, dass ein 130/80 oder 120/90iger Reifen in die Gabel passt, habe es aber noch nicht ausprobiert.
Wenn du ein bezahlbahres findest, kannst du auch ein 18" RxxR Vorderrad nehmen.
- Beiwagen auch auf 15" Autofelge und so tief wie möglich, wenn Bodenfreiheit keine große Priorität hat. Alternativ geht natürlich auch nen 17" Speichenrad, wenn die Optik wichtig ist.

Aber das ist einfach nur meine Meinung.
entscheiden musst du.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 26. August 2019 20:51

Hallo MartinA. Danke für deine Meinung! Deckt sich mit meiner und meinem Verständnis von Fahrdynamik.

Vorderrad wird mit 130 knapp. Muss das Hinterrad mal reinhalten. Könnte klappen. Vorderrad auf Hinterradring umspeichen würde schön aussehen :)
BW hätte ich gerne Speichenfelge. 130er passt da locker rein. Also hätte ich 3mal die gleiche Bereifung! :)
Den Beiwagen würde ich noch mot einem Stossdämpfer tiefer bekommen. Für den Beiwagen würde ja ein einzelner, sagen wir Harley-Dämpfer reichen. Die Hälfte vom Eisenschwein (250kg) reicht ja locker für den Ural Beiwagen. 60kg unbeladen. Mit Passagier und Gepäck 150kg.
Die Gabel kriegt man mit Federn und Vorspannung tiefer. Fertige Sätze kann man kaufen.
Federbein ist Wilbers 50cm lang. Da könnte ich durch drehen an der Vorspannung noch etwas Tiefe gewinnen wenn nötig. Ist nicht sehr produktiv aber zum testen würde es reichen.

Also Felgenbauer kontaktieren. Hinterradring Kreuzspeiche suchen. Gabelumbausatz suchen. Stossdämpfer suchen für BW.

BW 3cm durchs Rad und 3-6cm durch den Dämpfer. Muss ich testen.
Gabel 3cm durchs Rad und 6-9cm durch den Umbausatz.
Stossdämpfer 1-2cm oder kürzeren verbauen.
Jemand Einwände?
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 28. August 2019 10:17

MartinA hat geschrieben:Federbein hinten auf original GS Länge lassen, oder wenn du eins aus der Basic findest dieses nehmen (ist 5mm kürzer)


Meint du nicht die Mystic - also die R100R? Passt das? Das habe ich schon mal gefunden mit 365mm länge. Das wäre satte 135mm kürzer wie das original. Bei der Schrägen Anbringung käme ich sicherlich auf die 9cm die die Gabel auch runter kommen könnte.
Federbein für den Beiwagen kriege ich auch 60mm kürzer.

Könnte also alles in allem passen das ganze Gespann 9cm runter zu bekommen und 3mal gleiche Bereifung :)
Wäre sehr Geil! :)
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 28. August 2019 17:08

Wenn man das wirklich will geht das mit Hinterradfelge auf Vorderradnabe. Ich würde dazu aber die Gabel der R100R nehmen und die Bremse dazu.
Sieht dann etwa so aus:
Bild

Die Gabel ist auch was kürzer und etwas stabiler.

Mit dem TKC 80 ist das sau eng (3,5mm auf jeder Seite), aber es gibt auch andere Reifen. Die Nabe der GS passt, ist aber von der Breite etwas anders. Eventuell müssen die Bremsscheibenteller unterlegt werden. (mit den VA-Scheiben, die es dafür original beim :grin: zu kaufen gibt) und die Bremssättel ausdistanziert, damit sie genau mittig über den Scheiben laufen. Es ist ganz wenig Platz zwischen Speichen und Bremssätteln, da muß man ggfs etwas nachhelfen.

So hat man aber eine richtig ordentliche Bremse, wenn man einen größeren Hauptbremszylinder nimmt, kann man sogar richtig gut die Beiwagenbremse mit anschließen.
TÜV-fähig ist das auch, sind ja alles geprüfte Großserienteile :D

Die Hinterhand kann man mit dem Federbein der R100R um fast 20mm tiefer legen. Dann leidet auch das Kreuzgelenk nicht so. Wenn man zB ein YSS Federbein nimmt, kann man sich (bei verschiedenen Händlern) die verwendete Feder aussuchen, damit es zum Gespan passt (ich werd jetzt aber nicht alle Geheimnisse ausplaudern)

Mit der Gabel der R100R und deren Federbein hat man gleichzeitig auch wieder ein vernünftiges Fahrzeugniveau, halt flacher.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 28. August 2019 21:06

@ Feinmotoriker

Das wär mal ne Idee :)
Sieht sehr gut aus. Allerdings bin ich damit mal 1 Jahr am Teile suchen oder ne R100R und die dann schlachten.
Bremsen hat man nie genug, aber hätte eher an meiner die 320er Scheibe mit 4 Kolben Bremssattel verbaut. Das müsste reichen. Auch wenns eventuell nicht billiger ist wie der Doppelscheibenumbau. Zumal der Beiwagen auch nur Trommel hat. Aber ne gute Idee für späte!

Dass eine Federbein.der R100R passt ist sehr gut. Habe da wie gesagt eins gefunden mit 365mm. Das käme meiner Vorstellung schon sehr nahe. Ich baue mir Zeitnah ein paar Flacheisen mit der gewünschten Dämpferlänge und montiere Versuchshalber. Hinten und Beiwagen und dann stecke ich die Gabel noch durch. Mal sehen was dabei rauskommt!
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 28. August 2019 21:46

Wenn man etwas darauf achtet, gibts die Gabeln für ca 250 Euro gebraucht zu kaufen. Mit Gabelbrücken.

320er Scheibe mit 4Kolbensattel geht auch. Nimm KEINE Sinterbeläge, das macht die Scheibe in 100 m kaputt. Geht nur orgenisch oder maximal Semisinter.(und da wär ich schon vorsichtig)

Das Problem ist halt, daß die Scheiben so gelasert sind, daß sie elastisch werden, fast wie mit Floatern. Am Solomotorrad gut, beim Gespann hätt ich da Bedenken. Muß nicht schief gehen. Muß aber auch nicht dauerhaft halten

Ich hab an den GSen auch schon auf der normalen Bremsscheibe einen 4Kolbensattel gesehen. Bremst hervorragend. (Kundenmotorrad). Sinterfähige Scheibe rein und alles ist gut.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 29. August 2019 06:45

Ich halte die Augen mal offen. Hat noch Zeit. Wollte das Ende der Saison noch so geniessen und mir nach und nach Teile zusammensuchen. Vielleicht läuft mir eine über den Weg :)

Wieso am Gespann bedenken? Weil die zu warm werden?

Jo könnte auch für den Anfang passieren. Zuerst die originale Scheibe fertig Bremsen und dann auf die grosse umrüsten. Aber sofort den Sattel verbaut.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 29. August 2019 08:55

Ich hatte die große Scheibe mit der originalen Bremszange und Adapter eine Zeit an meiner Solo R100GS. War für das schwere Motorrad ganz gut mit der Bremswirkung aber man hat deutlich gemerkt, daß das an seine Grenzen kam. Am Gespann hätte ich einfach kein Zutrauen dazu (ist aber mein persönlicher, wahrscheinlich leicht paranoider Eindruck)

Ich hab einen Kumpel, dem ich vor ein paar Jahren einen Uralbeiwagen an seine R100GS geschraubt habe, der fährt inzwischen so eine große Scheibe mit Original-Bremssattel und ist damit zufrieden. Vielleicht mach ich mir einfach zuviele Gedanken...
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon MartinA » 29. August 2019 09:15

Klacha hat geschrieben:
MartinA hat geschrieben:Federbein hinten auf original GS Länge lassen, oder wenn du eins aus der Basic findest dieses nehmen (ist 5mm kürzer)


Meint du nicht die Mystic - also die R100R? Passt das? Das habe ich schon mal gefunden mit 365mm länge. Das wäre satte 135mm kürzer wie das original. Bei der Schrägen Anbringung käme ich sicherlich auf die 9cm die die Gabel auch runter kommen könnte.
Federbein für den Beiwagen kriege ich auch 60mm kürzer.

Könnte also alles in allem passen das ganze Gespann 9cm runter zu bekommen und 3mal gleiche Bereifung :)
Wäre sehr Geil! :)


Hallo Charley,
ne ich meinte schon das Federbein der "Basic".
Von BMW gab es Federbeine in:
- 495mm Länge (original GS)
- 490mm Länge (original WP von Basic)
- 475mm Länge (original Mystic und RxxR)

Die 365mm die du gefunden hast, passen zur Monolever oder so, aber nicht ans Paralever Heck.
Und du kannst dir natürlich auch ein Federbein herstellen lassen, machen Wilbers, YSS, HCS (hu-sidecars.de) und noch einige mehr.

Und je tiefer du hinten kommst, desto länger wird dein Vorderradnachlauf und damit das Lenken schwergängiger.
Deswegen würde ich bei deinem Telegabelumbau hinten nicht tiefer gehen. Aber vielleicht ist es auch nicht so wild, mein Wahlweise-GS Umbau bin ich auch 10 Jahre ganz glücklich gefahren, bis ich mir ne Schwinge vorne geleistet habe, heute würde ich keine Telegabel mehr vorne fahren wollen.........
Grüße MartinA-GS
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 29. August 2019 20:53

MartinA hat geschrieben:
Klacha hat geschrieben:
mein Wahlweise-GS Umbau bin ich auch 10 Jahre ganz glücklich gefahren, bis ich mir ne Schwinge vorne geleistet habe, heute würde ich keine Telegabel mehr vorne fahren wollen.........
Grüße MartinA-GS


Jo? So ein grosser Unterschied? Eher ein Gabelumbau zu Beginn? Auch wenns nicht so schön ist?
Sonst noch wer davon überzeugt?
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 30. August 2019 08:56

Mit einer Telegabel hast Du einen wesentlich größeren Nachlauf (beim Solofahren wichtig und erwünscht). Der ist je nach Modell zwischen 90 und 150mm (bei der R100GS sind es 99mm, bei der R100R 101 mm) Mit einer Schwinge kommst Du auf zw. 25 und 55mm Nachlauf, was sich deutlich leichter lenken läßt (unter 25mm ist sehr sportlich und sehr spitz zu fahren, über 60mm werden die Lenkkräfte schon wieder relativ groß. Ein guter Kompromiß ist irgendwas dazwischen)

Bei der Berechnung solltest Du natürlich die entgültige Vorderradgröße mit einbeziehen und die Federbeinlänge hinten. Die meisten Hersteller bauen Schwingen, die zwei bis drei feste Nachläufe durch Umstecken zulassen. Es gibt auch Schwingen mit stufenlos verstellbarem Nachlauf, da wüsste ich aber momentan keinen aktiven Hersteller (Hedingham und Kali machen ja niggs mehr)

In der R100R meiner Frau ist eine Kali-Schwinge verbaut, die ich auf gutmütige 45mm Nachlauf eingestellt habe. Dazu ein YSS Federbein hinten und am Beiwagen. Alle Räder haben die Bereifung 135/75-15. Mein eigenes Gespann (Suzuki GSX1100G) fahre ich mit 20mm Nachlauf und Bereifung 165/65-15 rundum. Etwas speziell, aber ich komme hervorragend damit klar. Auch mit Schwinge (hab ich im Rohbau bei Mobec gekauft und selbst fertig geschweißt, ich glaube nicht, daß das heute noch so geht).

Ich hatte mehrere Telegabelgespanne. Ural, BMW R65, R100/7. Alle fuhren nach Umbau auf Schwinge deutlich besser und waren leichter zu lenken.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 30. August 2019 09:41

Ok. Hört sich alles verständlich an. Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Die Sache ist halt wie immer eine Frage des Geldes. Nehme ich 2 Wochen nach dem Kauf ±2000€ in die Hand und baue sofort auf Schwingengabel um oder Fahre ich so weiter?
Der Felgenumbau , vorne auf 17", wäre bei späterem Schwingenumbau nicht verloren.

Aktuell wird ja eine GS-Schwingengabel angeboten. Da einfach Plug-an Play wäre natürlich schön und ich hätte immer die Möglichkeit wieder auf normales Mopped mit 17/21" umzubauen. Wobei ich sagen muss dass mir Gespannfahren jetzt schon sehr gut gefällt. :)

Ist halt ne Stange Geld!
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon jf » 30. August 2019 10:54

... und das alles hat der Feinmotoriker bei mir eingebaut! :-D Also Top Qualität!

VG
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Gruß aus HH
JF
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 30. August 2019 14:13

jf hat geschrieben:... und das alles hat der Feinmotoriker bei mir eingebaut! :-D Also Top Qualität!

VG
Jörg


Jo dann :) Mal schauen was daraus wird :wink:
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 31. August 2019 09:21

Klacha hat geschrieben:
jf hat geschrieben:... und das alles hat der Feinmotoriker bei mir eingebaut! :-D Also Top Qualität!

VG
Jörg


Da kann der Feinmotoriker eventuell sagen ob das Gespann dann mit der Gabel tiefer wird wie Original oder ob eine Tieferlegung im nachhinein möglich ist.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 31. August 2019 12:53

Das kommt genau auf die Auslegung der Gabel (Schwinge) an. Wenn Du dir eine gebrauchte Schwinge kaufst, solltest Du wissen, welche Radgrößen verbaut waren. Bei einer neu bestellten Schwinge kannst Du die Vorgaben machen (dem Erbauer ansagen, welche Radgrößen Du fahren willst und welchen Nachlauf Du dabei haben möchtest).

Bei Umbau von 90/90-21 auf 130/80-17 kommt dein Motorrad vorne um 27,5mm herunter. Alleine dadurch ändert sich der Nachlauf gewaltig.(wahrscheinlich um 20 bis 30 mm)
Um das einzufangen, ohne vorher Vorgaben machen zu können, braucht man eigentlich eine stufenlos verstellbare Schwinge. Oder man hat etwas Glück. Oder man hat ein Schweißgerät und kann damit gut umgehen.
Du kannst das eigentlich relativ einfach auf Millimeterpapier aufzeichnen und die Parameter dann verändern. Der Rest ist Messen.
Man kann das auch berechnen (es geht immer um Dreiecke :D )
Einen brauchbaren Reifenumfangsrechner gibt es hier: https://www.reifensuchmaschine.de/reife ... echner.htm

Schwinggabeln zum Selber einbauen gibt es bei Motek gespanne.(letzte preisinformation ca 1500,--) Rechne 6 bis 8 Monate Lieferzeit ein.Die Alternative wäre ein Gespannbauer, der das in die Hand nimmt. Kostet erfahrungsgemäß ca das Doppelte, aber halt sorgenfrei.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 31. August 2019 20:07

Die Schwinge war an einer baugleichen GS montiert.
17“ Vorderrad inklusive.

Dürfte ja eigentlich Plug an' Play passen.
Und sich auch dementsprechend fahren
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Stephan » 31. August 2019 20:51

Naja, solange auch die Dimensionen des jeweiligen restlichen Gespanns einigermassen identisch sind. . .


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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 1. September 2019 06:26

Jou.
Das frage ich noch nach.
Dann bin ich mal gespannt :)
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 2. September 2019 09:32

Sollte passen. Frag noch nach, welches Fahrzeugmodell (R100GS oder R100R bzw die 800er Modelle, das ist egal) und welches Federbein verbaut war. (das R100R Federbein ist um 20mm kürzer)
Noch ein Tipp: Das R100R Federbein (bzw die Fabrikate des Zubehörhandels) schont das Kreuzgelenk der Kardanwelle und das Getriebe- Ausgangslager durch eine geringere Abknickung, solange die Keilverzahnung des Längenausgleichs vorschriftsmäßig geschmiert ist. Beim Solomotorrad (GS) muß die Gabel vorn um 20 bis 25mm durchgeschoben werden, um wieder denselben Nachlauf zu bekommen. Das ist ne Menge und man sollte das bei Umbau auf Schwinge beachten.
Die kann man (sofern sie das hergibt) auch durchschieben. Oder halt umstecken auf den kürzeren Nachlauf (wenn sie nicht schon kurz eingestellt ist).
Oder man läßt halt die Baulänge des hinteren Federbeins für GS und hat dafür lieber eine gut funktionierende Vorderrad- Schwinge.
Oder man hat jetzt vorne ein 21er Rad, danach ein 17er und dadurch die Möglichkeit, einfach ein R100R Federbein zu verwenden. Das setzt aber vorraus, daß die Schwinge dafür ausgelegt ist, und nicht durch ihre Holmlänge den Unterschied von 21 auf 17 Zoll kompensiert...

Ich hör jetzt auf, das wird zuviel.... :D
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 2. September 2019 20:19

Neinnein, nicht aufhören. :grin:
Lerne ja schnell und verstehe mittlerweile die Zusammenhänge. :!:
Nur eins noch, am Beiwagen der GS mit der Vorderradschwinge war ein 15“ Rad verbaut. Da ich die Speichenfelge behalten will baue ich auch da auf 17“ um. Etwaige Anpassungen kann ich ja mit den Gewindestangen zwischen Gespann und Motorrad einstellen. Also Motorrad zum Seitenwagen hin stellen usw. Dies dürfte ja zu machen sein.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Stephan » 2. September 2019 20:50

Klar. Solange da genug Gewinde drauf ist. Aber die Stängchen sollten einfacher zu ändern sein, wenn nicht. . .


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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 2. September 2019 21:13

Vielen Dank für die Bestätigung :)
Jou, die sind lange genug. Habe schon ganz rein und raus geschraubt.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 3. September 2019 11:21

Klacha hat geschrieben:Neinnein, nicht aufhören. :grin:
Lerne ja schnell und verstehe mittlerweile die Zusammenhänge. :!:
Nur eins noch, am Beiwagen der GS mit der Vorderradschwinge war ein 15“ Rad verbaut. Da ich die Speichenfelge behalten will baue ich auch da auf 17“ um. Etwaige Anpassungen kann ich ja mit den Gewindestangen zwischen Gespann und Motorrad einstellen. Also Motorrad zum Seitenwagen hin stellen usw. Dies dürfte ja zu machen sein.


Bei der Änderung kommt das Motorrad vorn um ca 35mm hoch.(solange das Federbein unverändert bleibt)
Das kann man zur Not (falls der Nachlauf trotz der Stellung "ganz kurz" zu groß wird) durch kürzere Federbeine einfangen.
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon MartinA » 3. September 2019 12:37

Feinmotoriker hat geschrieben:
Klacha hat geschrieben:Neinnein, nicht aufhören. :grin:
Lerne ja schnell und verstehe mittlerweile die Zusammenhänge. :!:
Nur eins noch, am Beiwagen der GS mit der Vorderradschwinge war ein 15“ Rad verbaut. Da ich die Speichenfelge behalten will baue ich auch da auf 17“ um. Etwaige Anpassungen kann ich ja mit den Gewindestangen zwischen Gespann und Motorrad einstellen. Also Motorrad zum Seitenwagen hin stellen usw. Dies dürfte ja zu machen sein.


Bei der Änderung kommt das Motorrad vorn um ca 35mm hoch.(solange das Federbein unverändert bleibt)
Das kann man zur Not (falls der Nachlauf trotz der Stellung "ganz kurz" zu groß wird) durch kürzere Federbeine einfangen.


Hi Feinmotoriker,
der Charly schrieb, dass er das Beiwagenrad von 15" auf 17" umstellen will, da kommt das Motorrad vorne nicht hoch, sondern nur der Seitenwagen.
Und ob sich die 35mm dann mit den vorhandenen Anschlussteilen wieder grade stellen lassen, kommt auf die Anschlussteile an. Aber die kosten ja einzeln nicht ganz so viel, dass man sie nicht auch neu kaufen könnte, falls ändern nicht geht.
LG MartinA-GS
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Feinmotoriker » 3. September 2019 13:28

Martin, das hab ich in der Hektik überlesen. Du hast natürlich recht. (ich hatte verstanden, daß die Schwinge bisher auf 15" gelaufen war und er jetzt ein 17"-Rad einbauen will)

Man kann Beiwagenanschlüsse auch ganz gut selber herstellen, auch so, daß sie voll einstellbar sind. Das braucht man aber auch nur, wenn es sich sonst nicht einstellen läßt.

Grüße,
Claus
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon MartinA » 3. September 2019 14:21

Feinmotoriker hat geschrieben:Martin, das hab ich in der Hektik überlesen. Du hast natürlich recht. (ich hatte verstanden, daß die Schwinge bisher auf 15" gelaufen war und er jetzt ein 17"-Rad einbauen will)

Man kann Beiwagenanschlüsse auch ganz gut selber herstellen, auch so, daß sie voll einstellbar sind. Das braucht man aber auch nur, wenn es sich sonst nicht einstellen läßt.

Grüße,
Claus


Na Claus wir kriegen den Charley noch auf ein ordentliches Fahrwerk ;-)
Liebe Grüße MartinA-GS
Wer Rechtschriebbelfehler findet, darf sie bei ebay versteigern
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 4. September 2019 08:52

MartinA hat geschrieben:Na Claus wir kriegen den Charley noch auf ein ordentliches Fahrwerk
Liebe Grüße MartinA-GS
Feinmotoriker hat geschrieben:Martin, das hab ich in der Hektik überlesen. Du hast natürlich recht. (ich hatte verstanden, daß die Schwinge bisher auf 15" gelaufen war und er jetzt ein 17"-Rad einbauen will)

Man kann Beiwagenanschlüsse auch ganz gut selber herstellen, auch so, daß sie voll einstellbar sind. Das braucht man aber auch nur, wenn es sich sonst nicht einstellen läßt.

Grüße,
Claus


Na Claus wir kriegen den Charley noch auf ein ordentliches Fahrwerk ;-)
Liebe Grüße MartinA-GS


Das definitiv :)
Ich habe meine Chance auf die Schwingengabel leider verschi....en.
Fange dann mal mit 17 Zöller rundum an. Und arbeite mich dann laut euren Tipps nach und nach an das 'perfekte' Fahrwerk ran. :)
Klacha
 
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Re: R100 GS auf welche Radgrösse umspeichen?

Beitragvon Klacha » 11. September 2019 08:56

Hallo nochmal,

da sich dieser Fred ja zum Fahrwerksfred ausgeweitet hat, hätte ich noch ne Frage:

Den Stossdäpfer des Bootes würde ich gerne erneuern und zum Beispiel Honda Stossdämpfer von Der Bolle o.Ä. verbauen
Ist meine Überlegung richtig dass die 1 Stossdämpfer an der Bolle ca. 1/4 des Gewichts der Bolle trägt - ca230kg/4=57.5kg. Der Beiwagen wiegt laut Inet Recherche 50-60kg.
Da nun aber mit Freundin / Gepäck / Ersatzreifen / Schraubenschlüssel locker mal 100kg drauf kommen dürfte das Federbein hoffnungslos überfordert sein. Packt man nämlig die 100kg an die Bolle verteilt sich dieses Gewicht auch wieder auf 4 Punkte. Macht Also 25kg. So ist der einzelne Dämpfer mit fast 150kg fast doppelt so viel Gewicht drauf wie an der Bolle 50+25 kg. Das dürfte sich beschissen Fahren.
Besser wäre warscheinlig ein Mono Federbein einer Enduro (Einstellmöglichkeiten) oder Strassenmaschine.
Klacha
 
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